Mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Talkirche in Geisweid verabschiedete sich das evau am 16. Oktober in die Herbstferien. Im Mittelpunkt stand dabei eine Frage, die nicht nur Martin Luther beschäftigt haben dürfte: Warum eigentlich etwas verändern, wenn doch alles zu funktionieren scheint?
„Never change a running system“ lautete das Motto des diesjährigen Reformationsgottesdienstes, den Schüler der Jahrgangsstufe 7 mit viel Engagement vorbereitet hatten. Neben Lesungen und Fürbitten gehörte dazu auch ein Anspiel über ein Punktesystem für erwünschtes Verhalten. Dahinter stand eine grundlegende Frage: Müssen wir uns Anerkennung und Wertschätzung eigentlich erst verdienen?
Der stellvertretende Schulleiter Thomas Süßenbach griff diesen Gedanken bereits in seiner Begrüßung auf: „Gottes Gerechtigkeit ist keine Forderung an mich, sie ist ein Geschenk!“
Auch Pfarrer Frank Boes stellte in seiner Predigt die bedingungslose Liebe Gottes in den Mittelpunkt. Ausgangspunkt waren drei einfache Worte: „Ich bin getauft!“ Mit diesem Satz soll sich Martin Luther jeden Morgen nach dem Aufstehen daran erinnert haben, dass Gottes Liebe nicht von Leistungen, Erfolgen oder gutem Verhalten abhängt. Gott liebt den Menschen so, wie er ist.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Christian Reh, Thomas Süßenbach und Jakob Stamer.
Zum Gottesdienst gehörte auch der gemeinsame Weg: Rund drei Kilometer legten die Schüler und Lehrer von der Schule bis zur Talkirche zurück, bevor es anschließend wieder zu Fuß zurückging. So wurde aus dem letzten Schultag vor den Herbstferien nicht nur ein gemeinsamer Gottesdienst, sondern auch ein kleines Stück gelebte Schulgemeinschaft.
Und vielleicht war das die wichtigste Botschaft zum Ferienbeginn: Nicht alles im Leben muss man sich verdienen. Manches ist einfach ein Geschenk.


