Pilgern für die Demokratie
Manchmal reicht Reden nicht. Manchmal muss man aufstehen und losgehen. Die Demokratie in unserem Land braucht Menschen, die sich für sie auf den Weg machen, im übertragenen Sinn und ganz wörtlich.
Genau das war die Idee hinter „Pilgern für die Demokratie“: Sieben Tage lang führte der Weg durch unseren Kirchenkreis, vom Hochsauerland durch das Wittgensteiner Land und das Siegerland bis nach Siegen. Zwei Etappen wurden dabei auch von einer Schülergruppe begleitet.
Im Mittelpunkt stand nicht nur das Wandern. Es ging um Begegnung, Austausch und die Frage, wie wir unsere Demokratie gemeinsam gestalten können. Unterwegs blieb Zeit, zuzuhören, nachzudenken und miteinander ins Gespräch zu kommen. Verschiedene Meinungen gehörten ausdrücklich dazu, denn Demokratie lebt vom Gespräch.
Auch das Evangelische Gymnasium Siegen-Weidenau beteiligte sich an der Aktion. Vertreter unserer SV und unser stellvertretender Schulleiter Thomas Süßenbach machten sich gemeinsam mit den Pilgern auf den Weg. Auch Landrat Andreas Müller nahm an einer Etappe teil und begleitete die Gruppe.
Auf den Etappen durch Siegen wurde der Gedanke des Demokratiepilgerns an verschiedenen Orten besonders sichtbar. Die Pilger wurden vom Bürgermeister empfangen. Hinzu kamen eine Podiumsdiskussion und mehrere Stationen, die Religion, Europa und die Geschichte unserer Stadt miteinander verbanden.
Dazu gehörten eine Andacht in der ökumenischen Heilig-Kreuz-Kirche, ein Impuls unserer Schule zur Europaschule auf dem Teilstück des Europaweges durch Siegen und die Suche nach Stolpersteinen in der Altstadt rund um Theodor-Noa- und Nikolai-Kirche. Am Platz der ehemaligen Synagoge gab das Aktive Museum einen Impuls. Auch das Denkmal der deutsch-jüdischen Gemeinschaft am Kreishaus war eine Station des Weges.
So verband das Pilgern Bewegung mit Begegnung, Geschichte mit Gegenwart und Nachdenken mit Diskussion. Schritt für Schritt wurde deutlich: Demokratie ist nicht selbstverständlich. Sie braucht Menschen, die sich einbringen, zuhören und miteinander im Gespräch bleiben.
Fotos: Thomas Süßenbach









