Auf Wiedersehen, Hella!

Als um 11:37 Uhr der Schultag für die Schüler vorbei war, begann im Anschluss ein besonderer Teil dieses Tages: die Verabschiedung von Hella Schmelling. Kollegium, ehemalige Kollegen, ausgewählte Schüler, Vertreter der Evangelischen Kirche und die Familie kamen zusammen, um gemeinsam auf 35,5 Jahre am Ev. Gymnasium Siegen-Weidenau zu blicken.

Nach 35,5 Dienstjahren am Ev. Gymnasium Siegen-Weidenau endet damit eine Zeit, die das Schulleben in vielerlei Hinsicht geprägt hat. Hella hat Mathematik und Biologie unterrichtet – anspruchsvoll, klar und mit einer Begeisterung, die ansteckt. Dieser Einsatz zeigte sich nicht nur im Unterricht, sondern überdurchschnittlich in allen Bereichen der Schule, zuletzt besonders in der Mittelstufenkoordination und im Leitungsteam.

In vielen Reden kehrten ähnliche Gedanken wieder: Hella hat immer Haltung gezeigt. Sie war streitbar, aber es ging dabei stets um die Sache – nie um Personen. Hella war stets organisiert und zuverlässig, eine Konstante, auf die man sich verlassen konnte. Und sie blieb dabei in manchem ganz bewusst traditionell: Der OHP war ihr oft lieber als der Beamer.

Hella hatte im Vorfeld einen klaren Wunsch: In den Reden sollte die Wahrheit gesagt werden, ohne falsche Lobhudelei. Genau das passierte – und führte zugleich dazu, dass besonders aus der Perspektive der ausgewählten Schüler und der Schülersprecherinnen fast ausschließlich Lob zu hören war. Genannt wurden immer wieder: ein offenes Ohr, hoher Anspruch im Unterricht und eine spürbare gute Laune – getragen von echter Zuneigung zu ihren Fächern, zur Schule und zu den Schülern.

Für viel Unterhaltung sorgte an diesem Nachmittag auch die Mathe- und Biofachschaft. Julia Gattwinkel moderierte eine Art Schnitzeljagd, bei der Hella sich Sticker für ein ganz individuelles Stickerbuch erspielen musste. Das Buch füllte sich Schritt für Schritt mit Stickern und schönen Bildern aus der Schulzeit – ein spielerischer Rückblick, der gleichzeitig sehr persönlich war und viele gemeinsame Erinnerungen sichtbar gemacht hat.

In ihrer eigenen Rede hat Hella – wie erwartet – auch kritische Töne angeschlagen. Sie legte einen Fokus auf Schulentwicklung, positive Visionen für Schule und Wertevermittlung. Sie erinnerte daran, dass wir als Lehrer selbst Haltung zeigen und Vorbild sein müssen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr sie diese Schule geprägt hat und wie sehr das EVAU sie auch selbst geprägt hat.

Für die Zukunft hat Hella klare Pläne: Ehrenämter, Chor, Reisen, Spieleabende – und auch die ein oder andere Feier.

Wir werden dich vermissen, Hella!

Fotos: Thomas Gerding