Europa wird für alle erlebbar – Einblicke in die „Wir sind EU-ropa“-Fahrten 2026

Europa lernt man nicht allein aus Büchern kennen – man erlebt es vor allem durch Begegnungen. Genau das steht seit dem Schuljahr 2023/24 im Mittelpunkt unseres Projekts „Wir sind EU-ropa“ (WSE). Nachdem alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 zu Beginn des Schuljahres die Gedenkstätte Buchenwald besucht und sich im ersten Halbjahr im WSE-Unterricht intensiv mit Europas Vergangenheit und Gegenwart auseinandergesetzt hatten, folgte im zweiten Halbjahr der nächste Schritt in Richtung einer gemeinsamen europäischen Zukunft: Europa sollte nicht mehr nur Unterrichtsinhalt sein, sondern unmittelbar erfahrbar werden.

Im Rahmen der WSE-Projektfahrten nach Aurich, Bad Marienberg und Magdeburg wurde dieser Gedanke in die Praxis umgesetzt. Das Besondere in diesem Jahr: Erstmals war es für alle drei zehnten Klassen möglich, im Rahmen internationaler Begegnungsfahrten mit Jugendlichen aus anderen europäischen Ländern zusammenzuarbeiten. Die Klassen 10a und 10c trafen bereits im März in den Europahäusern Aurich und Bad Marienberg auf Gruppen aus Polen und arbeiteten gemeinsam an Projekten rund um Demokratie, Vielfalt und Toleranz.

Den Abschluss der Begegnungsfahrten bildete in der vergangenen Woche die Reise der Klasse 10b zur Europäischen Jugendbildungsstätte Magdeburg. Dort arbeiteten unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit einer Gruppe einer italienischen Partnerschule – und teilten sich zum großen Teil sogar die Zimmer. So entstand der interkulturelle Austausch nicht nur während der Workshops, sondern prägte den gesamten Alltag der Woche.

Wie auch bei den Fahrten nach Aurich und Bad Marienberg fand das gesamte Programm auf Englisch statt – eine ideale Gelegenheit, Sprachkenntnisse ganz praktisch anzuwenden und gleichzeitig über den eigenen Tellerrand hinauszublicken. Natürlich kam auch der persönliche Austausch nicht zu kurz: Bei gemeinsamen Aktivitäten entstanden schnell Gespräche, neue Freundschaften und viele spannende Einblicke in den Alltag der anderen. Dabei wurde deutlich, dass trotz unterschiedlicher Kulturen und Lebenswelten oft mehr verbindet als trennt.

In abwechslungsreichen Workshops beschäftigten sich die Jugendlichen mit Themen, die junge Menschen in beiden Ländern gleichermaßen bewegen, darunter Migration, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit. Zusätzlich gab es zahlreiche Möglichkeiten, kreativ zu werden, etwa in Musik-, Social-Media- und Theaterworkshops.

Ein besonderes Highlight war der interkulturelle Abend, der durch die Teilnahme einer Gruppe aus der Ukraine sogar zu einer trinationalen Begegnung wurde. Kulinarische Spezialitäten, Musik, Spiele und gemeinsames Tanzen sorgten für eine besondere Atmosphäre und machten europäische Vielfalt auf ganz unmittelbare Weise erlebbar.

Als bleibende Erinnerung gestalteten alle Teilnehmenden ihre eigenen T-Shirts – ein kreatives Souvenir einer Woche voller neuer Eindrücke, wertvoller Erfahrungen und neuer Freundschaften.

Die Begegnungsfahrten dieses Schuljahres haben eindrucksvoll gezeigt, was das WSE-Projekt vermitteln möchte: Europa entsteht dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen und gemeinsam Zukunft gestalten.