Der Projektkurs „Auch WIR sind Europa“ von Frau Henninger und Herrn Wittenburg hat zwar erwartet, dass es im Februar in Riga (Lettland) kalt wird. Dass es aber so kalt werden würde, konnte niemand ahnen.
Minus 21 Grad. Mitten am Tag.
Der Anflug über die gefrorene Ostsee war im Nachhinein das erste Warnzeichen. Als dann die Türen des Flughafens aufgingen, war es auch dem Letzten klar: Die kommenden vier Tage werden eine Herausforderung.
Davon unerschrocken entdeckte der Projektkurs, begleitet und unterstützt von der Referendarin Frau Judt, die als UNESCO-Weltkulturerbe eingestufte Altstadt Rigas. Bereits in Siegen wurden Kurzreferate vorbereitet, die angesichts der klirrenden Kälte vor Ort dann noch etwas kürzer ausfielen. Neben den Bremer Stadtmusikanten und Wissenswertem über Hanse und Politik wurde der Kurs unmittelbar an den jeweiligen Orten des Geschehens auch über die besondere Architektur der Stadt (Jugendstil) sowie das Leben im mittelalterlichen Riga informiert. Schon auf den ersten Blick auffällig war zudem die sichtbare und bedingungslose Loyalität vieler Letten mit der Ukraine, die an zahlreichen Flaggen deutlich wurde. Die russische Grenze war nur 250 Kilometer entfernt.
Neben der Erkundung der Hauptstadt Lettlands standen zwei weitere wichtige Punkte auf dem Plan.
Am Dienstag und am Donnerstag war ein persönlicher Austausch mit Schülern und Lehrern des 2. Riga State Gymnasiums vorgesehen, um auch darüber zu sprechen, ob ein dauerhafter Austausch etabliert werden kann. Siegen und das EVAU wurden von Antonia, Lya, Lina und Jalika vorgestellt. Dass lettische Kollegen und Schüler grundsätzlich Interesse an einem solchen Austausch haben, wurde dabei deutlich. Ein absolutes Highlight waren die Festlichkeiten anlässlich des 110-jährigen Bestehens der Schule, denen der Kurs auf der Ehrentribüne beiwohnen durfte. Mehrere Schülerchöre und eine Volkstanz-Gruppe rundeten das einzigartige Erlebnis ab.
Am Mittwoch wurde der Kurs dann von Janis (Local Guide) abgeholt, der durch zwei eindrucksvolle Gedenkstätten außerhalb von Riga führte. Insbesondere die Gedenkstätte „Salaspils“ hat bei vielen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Neben der brutalistischen Architektur und den über sechs Meter großen Betonskulpturen bleibt vor allem der Herzschlag der Opfer in Erinnerung, der im einsamen lettischen Wald hunderte Meter weit zu hören war.
Insgesamt war es eine Erfahrung, die Schüler und Lehrer in dieser Form so noch nicht gemacht haben. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung und dem persönlichen Austausch wurden die Abende auch dazu genutzt, die Gemeinschaft im Kurs zu stärken. Sowohl das gemeinsame Abschlussessen in den Katakomben der Altstadt als auch der Besuch in einer der zahlreichen Karaoke-Bars sind von nun an fester Bestandteil der Erinnerungen der Teilnehmer.



















