Projektkurs „Flucht & Migration“ der Q1 zu Gast im GESW Vlotho


Im Dezember nahm der Projektkurs der Q1 von Frau Lamm und Herrn Schulte mit insgesamt 20 Schüler*innen am Seminar „Moving People – Migration in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ im Gesamteuropäischen Studienwerk (GESW) in Vlotho teil. Passend zum Kursthema Flucht & Migration erwarteten die Teilnehmenden drei abwechslungsreiche und erkenntnisreiche Tage, die Theorie, persönliche Erfahrungen und politische Praxis auf besondere Weise miteinander verbanden – und die alle nachhaltig beeindruckt haben.
Bereits am ersten Tag wurde nach der Ankunft und dem gemeinsamen Mittagessen deutlich, dass es sich nicht um ein klassisches „Seminar mit Frontalunterricht“ handeln würde. In interaktiven Workshops begaben sich die Schüler*innen auf Spurensuche in der eigenen Familiengeschichte und stellten fest, dass Migration viel näher liegt, als man zunächst denkt. Viele entdeckten, dass Wanderungsbewegungen, Neuanfänge oder Fluchterfahrungen auch Teil ihrer eigenen Biografien sind.
Am Nachmittag sorgte ein Aktionsspiel zu Weltbevölkerung, globalem Einkommen und der Verteilung von Geflüchteten für Aha-Momente: Ungleichheiten wurden nicht nur besprochen, sondern körperlich erfahrbar gemacht. Die abstrakten Zahlen globaler Ungerechtigkeit bekamen plötzlich ein Gesicht – und regten zu intensiven Gesprächen an, die auch nach dem Abendessen noch weitergeführt wurden.
Der zweite Seminartag stand ganz im Zeichen von Geschichte und Politik. In einem kreativen Zeitstrahl-Workshop erarbeiteten die Schüler*innen die Migrationsgeschichte von der Vergangenheit bis in die Gegenwart. Schnell wurde klar, dass Migration kein Ausnahmezustand, sondern ein konstanter Bestandteil menschlicher Geschichte ist. Daran anknüpfend wurde im Plenum die Entwicklung von Migration in Deutschland seit 1945 beleuchtet – ein Thema, das viele aktuelle gesellschaftliche Debatten verständlicher machte.
Ein besonderes Highlight folgte am Nachmittag: der Dialog mit der Europaabgeordneten Birgit Sippel (MdEP). Die Schüler*innen hatten die Möglichkeit, direkt mit einer aktiven Politikerin über europäische Migrationspolitik zu diskutieren, kritisch nachzufragen und eigene Positionen einzubringen. Die offene Gesprächsatmosphäre und der direkte Einblick in politische Entscheidungsprozesse wurden von vielen als besonders spannend und motivierend erlebt.
Im anschließenden Rollenspiel zur europäischen Quotenfrage schlüpften die Teilnehmenden selbst in politische Rollen. Zwischen Solidarität und Eigeninteresse mussten Positionen vertreten, Kompromisse ausgehandelt und Konflikte ausgehalten werden – eine intensive Erfahrung, die verdeutlichte, wie komplex politische Entscheidungen rund um Migration tatsächlich sind.
Am letzten Tag rundete die Kreativwerkstatt „City of 5 Cultures“ das Seminar ab. Hier stand Vielfalt im Mittelpunkt: Mit kreativen Methoden entwickelten die Schüler*innen Visionen für ein gelingendes Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft. Der Seminarabschluss bot Raum für Reflexion – und für ein durchweg positives Fazit: Die Tage in Vlotho waren nicht nur informativ, sondern auch persönlich bereichernd.
Mit vielen neuen Erkenntnissen, gestärktem politischen Bewusstsein und einer großen Portion Motivation kehrte der Projektkurs nach Hause zurück. Das Seminar hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, Migration differenziert zu betrachten, zuzuhören, Perspektiven zu wechseln – und sich aktiv mit einem der zentralen Themen unserer Zeit auseinanderzusetzen.
Ein voller Erfolg, der sicher noch lange nachwirken wird!