35 Jahre Polenaustausch nach Danzig: Brücken bauen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Die Reise begann – wie könnte es anders sein – mit einer Zugfahrt, die natürlich länger dauerte als geplant. Verspätungen, Umstiege mit sportlichen Sprints zum Anschlusszug und die übliche Frage „Sind wirklich alle da?“ gehörten, wie auch der Beamte der Deutschen Bahn – liebevoll „Jörch Müller“ genannt – der mit beachtlicher, deutscher Akribie in außergewöhnlicher Gemütlichkeit neue Reiseverbindungen suchte, selbstverständlich dazu. Doch trotz kleiner logistischer Abenteuer verlief die Anreise insgesamt erstaunlich reibungslos und die Vorfreude auf die kommenden Tage ließ uns alle Strapazen schnell vergessen.

16 Schülerinnen und Schülern der Einführungsphase, begleitet und betreut durch Frau Gattwinkel und Herrn Schulte, waren in den letzten Tagen auf unserem traditionellen Schüleraustausch in Danzig, Polen. Von Anfang an wurden wir herzlich von unseren polnischen Gastfamilien aufgenommen, die mit großer Offenheit und Gastfreundschaft dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlten. Auch unsere polnischen Kolleginnen und Kollegen haben mit viel Engagement ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das kulturelle und geschichtliche Aspekte verband.

Ein zentraler Bestandteil unserer Reise war die Auseinandersetzung mit der deutsch-polnischen Geschichte. Besonders eindrucksvoll war der Besuch der Gedenkstätte Stutthof (ehemaliges KZ), der uns die Grausamkeiten der NS-Zeit vor Augen führte und für nachdenkliche Gespräche sorgte. Ebenso bewegend war unser Ausflug zur Westerplatte, dem Ort, an dem der Zweite Weltkrieg begann. Die historischen Hintergründe wurden uns dabei eindrucksvoll nähergebracht. Ein ergänzender Programmpunkt war unser Besuch im Museum des Zweiten Weltkriegs in Danzig. Die moderne und eindrucksvoll gestaltete Ausstellung ließ uns tief in die Geschehnisse dieser dunklen Epoche eintauchen und ein besseres Verständnis für unsere Historie gewinnen. Multimediale Installationen, persönliche Schicksale und eindrucksvolle Exponate machten Geschichte hautnah erlebbar.

Ein weiteres Highlight war die Besichtigung des Schlosses Malbork, der größten Backsteinburg der Welt, die uns einen tiefen Einblick in das mittelalterliche Leben bot.

Neben der historischen Bildung blieb natürlich auch genügend Zeit für den interkulturellen Austausch: Gemeinsame Aktivitäten mit den polnischen Schülerinnen und Schülern, Stadtbummel durch das wunderschöne Danzig und gesellige Abende in den Gastfamilien oder am Strand von Sopot sorgten für unvergessliche Erlebnisse und neue Freundschaften.

Wir sind dankbar für die herzliche Aufnahme und die wertvollen Erfahrungen, die dieser Austausch mit sich brachte – eine Reise, die sicherlich noch lange nachwirken wird. Morgen geht es nun leider für uns zurück in die Heimat und am Dienstag beginnt dann wieder der Alltag für unsere SchülerInnen in unserer Schule nach all diesen wertvollen Erfahrungen, ehe der Gegenbesuch im September 2025 ansteht. 

Do zobaczenia wkrótce i dziękuję bardzo, Gdansk!